Was ist Hypoparathyreoidismus?

Dem Hypoparathyreoidismus, kurz Hypopara genannt, liegt eine Nebenschilddrüsenunterfunktion zugrunde. Mit ca. 28.000 Betroffenen in Deutschland tritt die Erkrankung selten auf.

Das in den Nebenschilddrüsen produzierte Parathormon (PTH) ist für die Regulation des Kalzium- und Phosphatstoffwechsels essentiell. Bei einem PTH-Mangel können Patientinnen und Patienten an einer Vielzahl von Symptomen leiden, die auf den gestörten Mineralhaushalt zurückgehen. Dazu gehören sowohl körperliche Beschwerden als auch Beeinträchtigungen des Denkens und der psychischen Verfassung. Da Hypoparathyreoidismus zu den Seltenen Erkrankungen zählt, sind selbst Praxen und Kliniken mit dem Fokus Endokrinologie oft nicht damit vertraut.


 

Ursachen

Wenn Betroffene zu wenig Parathormon im Blut haben, wirkt sich das auf den Elektrolythaushalt aus: Typischerweise sind die Blutspiegel von Kalzium zu niedrig und die Phosphatspiegel erhöht.


 

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In ca. 75 % der Fälle wird die gestörte oder fehlende PTH-Produktion durch eine Entfernung der Nebenschilddrüsen infolge eines chirurgischen Eingriffs an der Schilddrüse oder anderen Operationen im Halsbereich verursacht. Deutlich seltener ist Hypoparathyreoidismus beispielsweise autoimmun oder genetisch bedingt.

Symptome

Durch die Elektrolytverschiebungen kann es zu unterschiedlichen Symptomen der Patient*innen kommen. Vielleicht haben Sie als medizinische Fachangestellte (MFA), Krankenschwester oder Krankenpfleger schon Betroffene mit einigen dieser Beschwerden, z. B. im Rahmen einer Hypokalzämie, betreut.

Körperliche Symptome, z. B.:

  • Ermüdung
  • Muskelschmerzen/Krämpfe
  • Sensibilitätsstörungen

Kognitive Symptome, z. B.:

  • Kognitive Einbußen
  • Konzentrationsschwäche

Emotionale Symptome, z. B.:

  • Ängstlichkeit
  • Traurigkeit/Depression

 

Behandlung von Hypoparathyreoidismus

Neben einer entsprechenden Ernährung ist bei der Therapie des Hypoparathyreoidismus auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D und Kalzium zu achten, um einer Hypokalzämie entgegenzuwirken. Außerdem kann auch eine Hormonersatztherapie hilfreich sein.

Therapieoptionen im Überblick

EINNAHME VON KALZIUM UND VITAMIN D

  • Orale Einnahme
  • Im medizinischen Notfall ggf. intravenöse Verabreichung von Kalzium

ERNÄHRUNGSANPASSUNG

  • Kalziumreiche, phosphatarme und magnesiumreiche Ernährung
  • Ggf. Einsatz von Phosphatbindern

HORMONERSATZTHERAPIE

  • bei fehlendem Ansprechen unter Gabe von Kalzium und Vitamin D
  • Gabe von Parathormon

 


 

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